Heizlast erklärt

Eine Heizlastberechnung schafft Klarheit, bevor Angebote eingeholt werden: Sie zeigt, welche Leistung das Gebäude wirklich benötigt – und verhindert damit überdimensionierte, teure oder ineffiziente Heizungsanlagen.

Steigen Sie mit fundiertem Wissen in den Austausch mit Fachbetrieben ein – und entscheiden Sie souverän.

Gebäudeaufnahme

Beispielhaftes Gebäude; dieses Gebäude existiert so nicht.

Bestimmung der Raumtemperaturen
Normtemperaturen (empfohlen für vermietete Objekte)

Raumnutzung Norm‑Innentemperatur: θᵢ

Wohnräume (Wohnen, Arbeiten, Schlafen): 20 °C
Küchen: 20 °C
Bäder / Duschen: 24 °C
Flure innerhalb beheizter Wohnungen: 15 °C
Treppenhäuser (Mehrfamilienhaus): 12 °C
Kellerräume (beheizt): 15 °C
Unbeheizte Kellerräume: 10 °C (typischer Ansatz)
Lagerräume (beheizt): 12–15 °C
Technikräume: 15 °C
Verkaufsräume: 20 °C
Büroräume: 20 °C
Besprechungsräume: 20 °C
Schulen / Unterrichtsräume: 20 °C
Sporthallen: 15–17 °C
Sanitärräume (öffentliche Gebäude): 20 °C
Werkstätten: 12–18 °C (je nach Tätigkeit)

Wunschtemperaturen

Nur empfohlen für selbst genutzte Wohnungen und nur bei signifikanten Abweichungen zu Normwerten!

Geben Sie Ihre gewünschten Raumtemperaturen am besten direkt im Grundriss an. Abweichungen von den Norm‑Inn­en­temperaturen können sehr sinnvoll sein – besonders, wenn Sie in einzelnen Räumen höhere Temperaturen bevorzugen. Beispiel: Wenn Sie in Aufenthaltsräumen statt der Normtemperatur 22 °C wünschen, erhöht sich die Raumheizlast um etwa 6–7 % (je nach Klimaregion).

Entscheidung; Sanierungsvarianten oder Heizkörperabschätzung

EBFW bietet Ihnen zwei unterschiedliche Wege, um eine fundierte Entscheidung für eine neue Heizungsanlage treffen zu können. Beide Varianten werden Ihnen im Rahmen eines persönlichen Gesprächs ausführlich erläutert und durch eine verständliche, detaillierte Broschüre ergänzt.

1.) Entweder Sanierungsvarianten
Wenn Sie mittelfristig Maßnahmen an der Gebäudehülle planen, können diese bereits in der Heizlastberechnung berücksichtigt werden. EBFW erstellt für Sie bis neben der Berechnung des Ist-Zustands auch bis zu zwei zusätzliche vollständige Heizlastberechnungen mit unterschiedlichen Sanierungsvarianten – kostenfrei.

Das ist besonders sinnvoll, weil eine Heizungsanlage so ausgelegt werden sollte, dass sie auch nach zukünftigen Sanierungen optimal zum Gebäude passt. Eine heute scheinbar unterdimensionierte Anlage kann nach Abschluss der Maßnahmen genau richtig ausgelegt sein. Bitte beachten Sie jedoch, dass die geplanten Sanierungsschritte dann auch entsprechend umgesetzt werden sollten, damit die berechneten Ergebnisse zutreffen.

2.) Oder Abschätzung der Heizflächen
Bei dieser Variante werden die vorhandenen Heizflächen (Heizkörper) aufgenommen und ihre Heizleistung mit der berechneten Heizlast abgeglichen. Dabei werden die Randbedingungen so eingestellt, wie sie für den effizienten Betrieb einer Wärmepumpe ideal sind – insbesondere eine maximale Vorlauftemperatur von 55 °C.

Im Ergebnis wird für jeden Heizkörper dargestellt, ob er die erforderliche Heizlast bei dieser Vorlauftemperatur decken kann oder ob eine höhere Temperatur notwendig wäre. Bei einigen Heizkörpertypen müssen die Werte abgeschätzt werden; dennoch erhalten Sie eine klare Empfehlung, welche Heizkörper für einen Austausch sinnvoll sind.

Damit die Anlage möglichst häufig im optimalen Bereich arbeitet, werden alle Abweichungen bezogen auf eine Vorlauftemperatur von 50 °C dargestellt – nicht auf 55 °C. Hintergrund: Jedes Kelvin niedrigere Vorlauftemperatur kann die Effizienz einer Wärmepumpe um bis zu 2 % steigern.

1&2.) Warum ich nicht beides zugleich anbiete? Die Anzahl der notwendigen Berechnungen und der Umfang der zugehörigen Dokumentation sind erheblich. Wenn gewünscht, kann ich eine einzige Sanierungsvariante auch inklusive der Auswirkungen auf die Heizkörperdimensionierung darstellen (leichte Mehrkosten). In diesem Fall entfällt jedoch die separate Heizkörperberechnung für den Ist‑Zustand, da beide Varianten zusammen sonst einen unverhältnismäßig hohen Mehraufwand erzeugen würden.

Beispielhaftes Ergebnis

So sieht das Ergebnis der Kundendokumentation exemplarisch aus. In der vollständigen Fassung erhalten Sie mindestens zehn Seiten, die Sie optimal auf die Umsetzung Ihrer Wärmepumpe vorbereiten. Die Unterlagen werden Ihnen immer persönlich übergeben und ausführlich erläutert, sodass Sie alle Schritte sicher nachvollziehen können.

Gerne können Sie neben der Detailberechnung (tabellarische Aufführung aller Berechnungen) auch die hier gezeigte Kundenunterlage an potenzielle Heizungsfachbetriebe weitergeben. Mit den eingetragenen Heizlasten im Grundriss und den gewünschten Raumtemperaturen erhalten die Betriebe eine deutlich übersichtlichere und praxisnähere Datengrundlage als mit der reinen Detailberechnung.